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Superintendentin Angela Grimm wird am 24. Juni verabschiedet

Zum Abschiedsgottesdienst viele Gäste erwartet!

Die Superintendentin des Kirchenkreises Angela Grimm, die zugleich auch Pastorin unserer Kirchengemeinde ist, wird künftig das Seelsorgezentrum der Landeskirche leiten.

Mit anderen Worten: wir müssen Abschied von ihr nehmen – und das fällt gar nicht so leicht!

Umso wichtiger ist es uns, dass sie diesen Abschied in langer und guter Erinnerung behalten wird. Daher sind nicht nur viele Ehrengäste eingeladen, sondern alle, die sie noch einmal „live“ im Gottesdienst erleben und ihr vielleicht auch noch einmal die Hand drücken oder ein paar gute Worte mitgeben möchten.

Der Gottesdienst, an dem auch Landessuperintendent Dr. Klahr teilnehmen wird, beginnt am

Sonntag, den 24. Juni
um 15.00 (!!) Uhr

Im Anschluss ist dann natürlich ein festlicher Empfang geplant.

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Im Folgenden finden Sie den Artikel zur Verabschiedung aus dem

 

Neue Seelsorgeangebote planen und vermitteln

  • VERABSCHIEDUNG –

Superintendentin Angela Grimm (56) verlässt das Harlingerland in Richtung Hannover

Diese vor mehr als 100 Jahren in Esens gefertigte Teekanne erhielt Angela Grimm 2005 von ihrer Mutter. Seinerzeit zog die Geistliche in die Superintendentur der Bärenstadt um. Jetzt wird das Gefäß, das für die ostfriesische Teezeremonie steht, für die neue Wohnung in Hannover- Kirchrode eingepackt. BILD: Detlef Kiesé

Detlef Kiesé

Die Bildung des Kirchenkreisverbandes Ostfriesland-Nord gehörte für sie zu den markanten Ereignissen.

ESENS/HARLINGERLAND. Eine Smartphone-App, die im Bedarfsfall Arten und Wege für eine Kontaktstelle zur Seelsorge aufzeigt, ist nach Ansicht von Angela Grimm gar nicht mehr große Zukunftsmusik. Der Bedarf für ein derartiges kirchliches Beratungsangebot werde laut der Superintendentin im Harlingerland ebenso steigen wie der Stellenwert der Technik im Alltagsleben der Menschen. „Kirche muss sich auch mit der Seelsorge in der digitalen Welt beschäftigen.“ Grundsätzlich sei es angemessen, dass man die Seelsorgearbeit nicht defizit-, sondern ressourcenorientiert angeht.

Klinische Seelsorge

2016 wurde Grimm zur Vorsitzenden des Seelsorgeausschusses der Vereinigten Evangelisch-lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) gewählt. Vor und während ihrer Zeit in Esens absolvierte sie eine Klinische Seelsorgeausbildung, ließ sich zur Supervisorin auf diesem Gebiet schulen und legte vor vier Jahren die Prüfung zur Kursleiterin der Sektion „Klinische Seelsorgeausbildung (KSA)“ ab. Um diese Befähigungen nun auch anwenden zu können, hat sich Angela Grimm entschieden, nach erfolgreichem Bewerbungsverfahren die Stelle der Direktorin des Zentrums für Seelsorge der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover (ZfS) anzutreten.

Am Sonntag, dem 24. Juni, verabschieden Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr sowie die Mitarbeitenden, Kirchenvorstände und der Kirchenkreistag des Kirchenkreises Harlingerland sie in einem Gottesdienst um 15 Uhr in der St.-Magnus-Kirche Esens in Richtung Landeshauptstadt.

Am ZfS – seit 2013 von ihrem Vorgänger Martin Berau aufgebaut – obliegt ihr die gesamte Leitung sowie die Programmplanung, die Finanzen und die Ausstattung im Zentrum sowie das Beobachten der gesellschaftlichen Entwicklung von Seelsorge. „Die direkte Kommunikation der Menschen nimmt ab, die Einsamkeit zu“, registrierte die Superintendentin eine Tendenz. Auch Altenseelsorge nehme einen immer größeren Stellenwert ein.

Angela Grimm fühlt sich in Esens und im Kirchenkreis sehr wohl, hat sich dennoch für die berufliche Herausforderung entschieden, in der sie ihre 13-jährige Leitungstätigkeit und die erworbene Fachkompetenz im Bereich Seelsorge, Supervision und Beratung einbringen kann. Sie leitet im ZfS ein etwa 40-köpfiges Team.

Mit dem Rad zur Arbeit

Zusammen mit Ehemann Pastor Rüdiger Grimm bezieht sie das Pfarrhaus der Jakobi-Kirchengemeinde in Hannover-Kirchrode, in der er ab 1. August als Gemeindepastor tätig sein wird. „Und ich habe es nur drei Kilometer bis zur Arbeit und kann mit dem Rad fahren“, berichtet die Geistliche. Für den Ruhestand plant das Ehepaar, nach Esens zurückzuziehen.

Seit März 2005 war Angela Grimm für den Kirchenkreis mit seinen 28 Kirchengemeinden und einer Kapellengemeinde – etwa 38 000 Mitgliedern – zuständig, ihre Zuständigkeiten umfassten das Diakonische Werk und die Evangelische Jugendbildungsstätte Asel, die als Einrichtung für soziales Lernen eine wertvolle Funktion habe. „Das Miteinander im Entwickeln von Ideen und Projekten zeichnet den Kirchenkreis aus, hier wird in den unterschiedlichen Gremien und Einrichtungen gut und konstruktiv zusammengearbeitet.“

Ihr Tätigkeitszeitraum bedeutete immer wieder Veränderungen, die es zu meistern galt. „Gleich 2005 standen schwierige Vertragsverhandlungen für die Beratungsstellen des Diakonischen Werkes an“, erinnert sie sich. Die Zusammenarbeit mit dem Landkreis Wittmund sei danach neu konzipiert und erweitert worden.

Zusammenlegungen

Große Auswirkungen auf ihre Arbeit hatte die Zusammenlegung der Verwaltung der Kirchenkreise Harlingerland, Aurich und Norden. Verbunden war damit nämlich der Bau eines neuen Verwaltungsgebäudes 2010 in Aurich. „Seit 2009 gibt es den Kirchenkreisverband Ostfriesland-Nord, dessen Vorsitzende ich von 2010 bis 2014 war, 2014 übernahm ich den Vorsitz des Fachausschusses für 24 Kindertagesstätten zwischen Juist und Marx. Die Kitas sind seither im religionspädagogischen Ansatz besser aufgestellt“, erläutert Angela Grimm. Mit diesen Fusionen seien allerhand Aufgaben hinzugekommen. „Zu Beginn hatte ich mich um 14 Gremien zu kümmern, jetzt sind es 28“, bilanziert die Superintendentin.

Im Kirchenkreis Harlingerland initiierte Grimm die Stiftung „Kirche mit Zukunft – heute für morgen handeln“ zur Finanzierung bestimmter Projekte sowie eine Krebsberatungsstelle für Ostfriesland, die durch Spenden finanziert wird. Der Kirchenkreis Harlingerland sei insgesamt für künftige Aufgaben gut aufgestellt, sagt die Geistliche. Bis ins Jahr 2024 sei der Kirchenkreis finanziell abgesichert, die Zahl der Pfarrstellen sicher. Bis jetzt war Grimm mit einem Anteil von 15 Prozent für eine Esenser Pfarrstelle zuständig, sprich: 460 Gemeindemitglieder. Hier betreute sie den Besuchsdienst für Alleinstehende und initiierte vor acht Jahren den Besuchsdienst für Neuzugezogene.

Den im Jahr 2014 übernommenen Sitz in der 25. Landessynode der hannoverschen Landeskirche (Tätigkeiten im Landessynodalausschuss und im Verfassungsausschuss) nimmt Angela Grimm übrigens mit nach Kirchrode.

Grimm stammt aus Hage und studierte in Göttingen und Berlin Theologie. Nach ihrem Vikariat in Peine und Praktika bei der Evangelischen Zeitung und dem Evangelischen Rundfunkreferat übernahm die Mutter eines Sohnes die Pfarrstelle in Jherings- und Boekzetelerfehn und wirkte als Geschäftsführerin des 2. Ostfriesischen Kirchentags 1996 in Leer. Später arbeitete sie als Krankenhausseelsorgerin an der Ubbo-Emmius-Klinik in Aurich auf der Projektstelle „Psychoonkologische Begleitung“, bevor sie 2005 die Superintendentur des Evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Harlingerland mit Dienstsitz in Esens übernahm.