Rückblick: Gottesdienst mit Chören aus dem Kirchenkreis

In seiner Ausgabe von Dienstag, 24. Sept. 2019, berichtet der Anzeiger für Harlingerland auf S. 5:

Chorgemeinschaft intoniert sogar achtstimmig

KIRCHENMUSIK – Fast 200 Mitwirkende in besonderem Gottesdienst in der St.-Magnus-Kirche – Modernes Liedgut

Von Detlef Kiesé

Mehrfach erhielten die Sänger aus zehn Kirchenchören und Kantoreien Beifall des dankbaren Publikums.

ESENS/HARLINGERLAND. „Das sollte man häufiger machen“, sagte eine Besucherin des besonderen Gottesdienstes am späten Sonntagnachmittag in der Esenser St.-Magnus-Kirche. Damit meinte sie die Beteiligung von fast 200 Mitgliedern aus zehn Kirchenchören und Kantoreien des Kirchenkreises Harlingerland. Nachdem es eine derartige Musikveranstaltung über viele Jahre nicht gegeben hatte, übernahm Kirchenkreiskantor Gerhard Schühle (Wittmund) bereits im Frühjahr die Initiative und organisierte diesen Musikgottesdienst, der trotz des sommerlichen Wetters eine große Besucherschar in den Sakralbau lockte.

Unter der Devise „Mit meinem Lied will ich dir singen“ und nach projektbezogenen Probenabenden in den Einzelchören in den vergangenen Monaten waren Abordnungen aus Marx und Horsten, aus Wittmund, Leerhafe, Ardorf, Asel und Burhafe sowie aus Esens, Dunum und Fulkum zusammengekommen. Aber auch die Gemeinde war bei mehreren Liedern im Wechselgesang eingebunden, wie im ersten Teil beim Kanon „Lobe den Herren, meine Seele“, den Schühle selbst nach dem Psalm 103, Verse 1 und 2, komponiert hatte. Dass modernes Kirchenliedgut durchaus Gefallen findet, machte das „Ehre sei Gott“ nach einem Text von Dieter Trautwein deutlich: Die Sänger nahmen den südamerikanischen Rhythmus des aus Peru stammenden und von Wolfgang Teichmann gesetzten Liedes gekonnt auf. Kirchenkreiskantorin Renate Schühle bediente dabei die Tasteninstrumente.

Spontanen Beifall erhielt die stimmgewaltige Chorgemeinschaft von Seiten der erfreuten Gottesdienstbesucher bei den neuzeitlichen, a cappella intonierten Chorinterpretationen wie „Schenke mir, Gott“ und „Komm, Geist des Lebens“, für die Thomas Laubach die Texte geliefert hatte.

Besonders eindrucksvoll geriet schließlich das „Singet und spielet“, für das sich die beteiligten Sängerinnen und Sänger in zwei Chöre aufgeteilt hatten. Das kurze Werk aus der Feder von Mathias Gauer (2012) nach einer Melodie von Rolf Agop (1935) wirkte demnach durch das Zusammenwirken von acht Stimmen. Den Abschluss bildete das leicht ins Ohr gehende Aaronitische Segenslied, das die fast 200 in den ersten Bankreihen platzierten Sänger den Kirchenbesuchern zugewandt vortrugen. In diesem Fall hatte Rüdiger Glufke 2015 den Text von Ute Passarge vertont.

Die Harlingerländische Superintendentin Eva Hadem, die den besonderen Gottesdienst leitete, freute sich über die Resonanz: „Es ist ja voll wie Weihnachten.“ Sie nahm auf Grundlage des ersten Buches Moses den biblischen Stammvater der Israeliten, Jakob, sowie dessen Traum von der Himmelsleiter in den Mittelpunkt, auf der Engel auf- und absteigen. Als Boten Gottes könnten auf ihre Weise aber ebenso die Chorsänger verstanden werden. Auch in Klimadiskussion, interkulturellem Anliegen und anderen Zukunftsfragen könne man sich mutig engagieren, da die Menschen wissen, dass Gottes Himmel allen offen steht.

Begeistert äußerte sich bei der anschließenden Zusammenkunft im Gemeindezentrum St. Magnus auch Gerhard Schühle: „Das hat alles toll funktioniert, weil die Gesänge in den kleinen Chören so gut geprobt wurden.“ Gerade kleinere Chorformationen hätten es genossen, einmal in einer größeren Gruppe zu singen.

Text zum Beitragsbild oben, ebenfalls aus dem Anzeiger für Harlingerland:
„Stimmgewaltig präsentierte sich in der Esenser St.-Magnus-Kirche die Gemeinschaft aus den Chören und Kantoreien im Kirchenkreis Harlingerland. Die Leitung hatte Kreiskantor Gerhard Schühle (rechts unten).
BILD: Detlef Kiesé“