Diedrich Dieker verabschiedet sich als Posaunenchorleiter


Nach 12 Jahren löst sich der Esenser Posaunenchor auf.

Auf seinem letzten Übungsabend leitete Diedrich Dieker noch einmal „seinen“ Posaunenchor

Musik war und ist sein Leben, nun legt Diedrich Dieker nach 12 Jahren als Chorleiter des Posaunenchores der St.-Magnus-Gemeinde den Dirigentenstab aus der Hand. Mit 80 Lebensjahren ist es Zeit für ihn, aufzuhören.

Das fällt ihm, dem Vollblutmusiker, nicht leicht. Bereits als Achtjähriger lernte er durch den Lehrer seiner Schule neben dem Geigespielen auch das Posaunenblasen. Er trat dem Posaunenchor Stedesdorf, der damals vom Esenser Volksschullehrer Hermann Völkers, der zugleich Posaunenchorleiter und Kantor an der Kirche in Esens und Dirigent des Männergesangvereins war, bei.  Áls der Nachfolger von Völkers in Stedesdorf, Lehrer Dasenbrok, einen Schlaganfall erlitt, sprang Diedrich Dieker für ihn ein und leitete dort 35 Jahre den Posaunenchor. 2008 gründete er den Posaunenchor der ev.-luth. Kirchengemeinde Esens. Waren es zunächst nur sechs Bläser, so wuchs die Zahl in den Jahren danach stetig an, allerdings wurde es in den letzten Jahren zunehmend schwer, Nachwuchs zu finden. In seine Esenser Zeit fallen zahlreiche Auftritte „seines“ Chors in Gottesdiensten, bei Strandgottesdiensten, auf Weihnachtsmärkten und in Altenheimen. Ein besonderer Höhepunkt war für ihn das fünfjährige Jubiläum des Chores, als er einen großen mit 60 Bläserinnen und Bläsern besetzten Chor aus den Posaunenchören der umliegenden Gemeinden leiten durfte.

Dieker, der im Hauptberuf als Schmied gearbeitet hatte und noch viele Jahre auf den verschiedensten Veranstaltungen die Kunst dieses Handwerks zeigte, der als kleine Mitbringsel gerne Violinschlüssel schmiedete, war in jüngeren Jahren auch als Alleinunterhalter mit dem Akkordeon und in einer Tanzkapelle in Viererformation unterwegs. Musik war, neben der Schmiedekunst, sein Leben.

Alle hohen Auszeichnungen, die das Posaunenwerk der Hannoverschen Landeskriche zu vergeben hat, hat er bekommen, dazu 2015 die höchste Auszeichnung der Stadt Esens, den Silbernen Bären. Eigentlich war für Sonntag, den 15. März 2020 ein besonderer Gottesdienst geplant, in dem „sein“ Posaunenchor noch einmal zu hören sein sollte. Danach wollte sich auch der Chor auflösen. Ob und wenn ja, wann dieser Gottesdienst nachgeholt werden kann, ist derzeit noch völlig offen.

Das sich der Posaunenchor ebenfalls verabschiedet, tut Diedrich Dieker in der Seele weh. Gern wäre er als normaler Bläser noch eine Zeit lang dabei geblieben, es fand sich aber niemand, der den Dirigentenstab übernehmen wollte. Und so endet, vielleicht ja nur vorläufig, die Geschichte des Esenser Posaunenchores, der auf ereignisreiche Jahre zurückblicken kann und auf einen Chorleiter, der von sich sagt: „Musik war und ist für mich das Schönste im Leben – man macht sich und anderen damit immer eine große Freude“.

Text: A. Buisman, Bild: B. Wilming