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Sonntag, 16. Sep. 2018, 17.00h: Gospelmesse in St.-Magnus

140 Sänger und Musiker feiern „Mass of Joy“

GOSPELMESSE –

Leidenschaftlicher Gesang und Musikalität des Projektorchesters verschmelzen zum großen Ganzen

 

Mit der Gospelmesse „Mass of Joy“ des Komponisten Ralf Grössler sorgten die Kantoreien Esens und Wittmund, der Jugendchor St. Nicolai Wittmund, Solistin Njeri Weth und das Projektorchester unter Leitung von Kantor Gerhard Schühle in der St.-Magnus-Kirche Esens für ein herausragendes Konzerterlebnis. BILDER: Klaus Händel

Klaus Händel

Führte Chöre und Orchester meisterhaft zusammen: Kantor Gerhard Schühle.

Die Zuhörer in der fast voll besetzten St.-Magnus-Kirche sind begeistert. Stehende Ovationen sind der Lohn für eine Meisterleistung.

ESENS. Die St.-Magnus-Kirche in Esens ist gut gefüllt, als Kreiskantor Gerhard Schühle die Besucher am Sonntag zu einem besonderen Konzert willkommen heißt: der Gospelmesse des Komponisten Ralf Grössler für Solo, zwei Chöre und Orchester.

Beifall brandet auf, als mehr als 140 Mitwirkende – die Solistin Njeri Weth, die Kantorei St. Magnus Esens, die Kantorei St. Nicolai Wittmund mit dem Jugendchor St. Nicolai und das Projektorchester ihre Plätze einnehmen. Ein solches Konzert, das einer gesungenen, musikalischen Messe gleichkommt, auf die Beine zu stellen, gehe natürlich nicht ohne Sponsoren. Namentlich dankt Schühle der Sparkasse LeerWittmund in Person von Heinz Feldmann und Bürgermeisterin Karin Emken für die Stadt Esens.

Das Werk beginnt mit einem Vibrafon-Solo über einen samtigen Streichersatz, der in einen achtstimmigen Chorsatz mündet. Die Tenöre singen das gregorianisch anmutende „Cantate Domino“ (Lobsingt dem Herrn), ehe die Solistin Njeri Weth eine swingende Version des Psalm 30 anstimmt.

Mitreißende Rhythmen und ungewöhnliche Klänge prägen die Gospelmesse „Mass Of Joy“. Kreiskantor Gerhard Schühle führt leidenschaftlichen Gesang und die Musikalität des Projektorchesters zu einem großen Ganzen zusammen. Seit Februar hat der Kantor das Musikwerk mit den Chören einstudiert. Zum Zusammenspiel mit dem Orchester kam es erst am Samstag sowie während der Generalprobe am Sonntagvormittag. Während der Gospelmesse wirken die mehr als 140 Sänger und Musiker wie eine seit Jahren vertraute Einheit.

Der Wildeshausener Komponist Ralf Grössler setzt bei der Messe von Stilelementen der Gregorianik über die barocke Form der Fuge bis hin zu Swing und emotionalen Gospel-Songs die ganze musikalische Palette wirkungsvoll ein. Die an der römischen Messe orientierten Messetexte werden verschränkt mit Bibelstellen zum Thema „Freude“ mit ihren unterschiedlichsten Facetten. Grössler ergänzt die üblichen Teile eines Gottesdienstes wie Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus und Agnus Dei mit Texten zum Thema „Freude“. So sind der „Mass of Joy“ der bekannte Psalm „Singt dem Herrn ein neues Lied“, eine Meditation, das Vater Unser und ein Finale hinzugefügt. So schließen sich für ihn Meditation und expressive Hingabe, Gebet und Verzückung nicht aus, sondern ergänzen sich und gehören untrennbar zusammen.

Mit der Gleichzeitigkeit von Latein, Deutsch und Englisch sind in der Messe auch unterschiedliche Stilelemente der Musik vereint. Zu einem großen, traditionellen Streichorchester treten neben Trompeten und Posaunen eine Combo mit Schlagzeug, Klavier, Kontrabass, Saxofon und Vibrafon. Beschwingte und teilweise verzückte Rhythmen im Gloria oder Finale stehen neben meditativ gehaltenen, langsamen Sätzen, in denen Blues- und Soulelemente vorherrschen.

Vertraute Choralmelodien alter Lieder erscheinen im ganz neuen musikalischen Gewand mit Vibrafon- und Saxofon-Klängen, gregorianische Gesänge im Zusammenklang mit Jazz-Elementen.

Kantor Gerhard Schühle versteht es, eine Verbindung zwischen den einzelnen Musikgruppen herzustellen und alle in ihrem Glanz erstrahlen zu lassen. Die Chöre leben ihre Freude am Gesang, mal leise, mal druckvoll, mal mehrstimmig oder im Kanon, und stellen ihre intensive Arbeit am Gesamtwerk beeindruckend dar.

Solistin Njeri Weth besticht durch ein ausdrucksstarkes Timbre und ihrer beeindruckenden Ausstrahlung. Sie überzeugt in allen Facetten ihres gesanglichen Könnens.

Das Projektorchester zeigt Spielfreude und glänzt in seiner Virtuosität auf allerhöchstem Niveau. Mitklatschen, schnippende Finger und wippende Füße sprechen für sich. Die Ensembleleistung der zusammengeführten Musikgruppen zieht die Zuhörer vom Beginn bis zum Ende der Gospelmesse in ihrem Bann und überzeugt mit Bravour.

Stehende Ovationen sind der Lohn für eine herausragende Meisterleistung der Solistin, Chöre, Musiker und des Dirigenten.