(Pastor G. Harke)

Bitte beachten Sie folgenden Hinweis und sagen Sie es ggf. weiter:

dieser Gottesdienst wird, wenn alles klappt, nicht in der St.-Magnus-Kirche „live“ gefeiert,
sondern unter freiem Himmel!
(Mehr dazu erfahren Sie HIER…)

MUSIK zum Beginn:(„Schenke mir Gott, ein hörendes Herz“)

Im Namen des Vaters
und des Sohnes
und des Heiligen Geistes!

Ihnen allen, die Sie diese Zeilen jetzt lesen, ein herzliches Willkommen.
Am letzten Sonntag hat Pastor Buisman sinngemäß gesagt: „An den Sonntagen ‚nach Trinitatis‘ geht es um den ‚Alltag des Glaubens“.
So wird das auch in diesem Gottesdienst am ‚1. Sonntag nach Trinitatis‘ sein.
Wir feiern diesen Gottesdienst erneut in „zweifacher Form“.
Aber miteinander dürfen wir gewiss sein, dass wir durch Gottes Geist alle miteinander verbunden sind. Amen

Zur Einstimmung lesen Sie hier einige ausgewählte Verse
aus dem 1. Brief des Johannes, Kap. 4, 16-21 (in der Fassung der Basis-Bibel):

„… Gott ist Liebe.
Und wer in der Liebe lebt, lebt in Gottes Gegenwart
und Gott ist in ihm gegenwärtig. …
… Denn wie Christus untrennbar eins ist mit dem Vater,
so sind es auch wir –
schon hier in dieser Welt. …
… Wir können ja nur lieben,
weil er uns zuerst geliebt hat.
Wer behauptet: »Ich liebe Gott!«,
aber seinen Bruder und seine Schwester hasst,
ist ein Lügner.
Schließlich sieht er seine Geschwister vor sich.
Wenn er sie dennoch nicht liebt,
kann er Gott erst recht nicht lieben.
Denn Gott kann er ja nicht sehen.
Das ist doch das Gebot, das Gott uns gegeben hat:
Wer ihn liebt,
muss auch seinen Bruder und seine Schwester lieben.“

Lassen Sie sich einladen zu einem kurzen Gebet:

Guter Gott,
Ob unter freiem Himmel – oder in der eigenen Wohnung:
wir dürfen Gottesdienst feiern.
Eine Pause vom Alltag nehmen – um so neu ge- und be-stärkt unseren Alltagen begegnen zu können.
Um uns auf Dich zu besinnen – um uns Dir zu öffnen.
So rufen wir Dich an: Komm, Herr, guter Gott, begegne uns – erfülle uns!
Wo immer wir auch gerade sind.
Amen

Gottes Liebe – die Botschaft Jesu – das Wirken des Heiligen Geistes
richten sich nie nur an uns als einzelne. Sie rufen uns vielmehr immer wieder zueinander – in die Gemeinschaft derer, die mit uns glauben und hoffen.
Daran erinnert uns nicht zuletzt das gemeinsame Glaubensbekenntnis:

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige, christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben. Amen.“

MUSIK („Aufsteh‘n, aufeinander zugeh‘n“)

Bibelwort zur Predigt:
„Das ist doch das Gebot, das Gott uns gegeben hat:
Wer ihn liebt, muss auch seinen Bruder

und seine Schwester lieben.“
(1.Joh 4, 21 Basis-Bibel)

Gedanken dazu:
„Liebe!“ Eines der schönsten und wichtigsten Worte überhaupt. Ein tolles Gefühl, wenn sie einen erwischt! Geradezu ein Geschenk des Himmels, wenn man sie erleben darf! Ich hoffe, Sie alle kennen das!
Demgegenüber „Gebot“! Das klingt hart. Nach Pflicht und Forderung und Vorschrift. Nach: da erwartet einer etwas von mir, was ich möglicherweise gar nicht will.
„Gebot“ und „Liebe“ in einem Satz: das reibt sich irgendwie! Will nicht so richtig zusammen klingen!
„Liebe“ kann man doch nicht gebieten, anordnen, fordern. Und auch nicht erzwingen. Liebe, dieses Gefühl, diese Empfindung – die stellt sich ein – oder eben auch nicht.
In einem Song einer amerikanischen Blues-Musikerin, Bonnie Raitt, heißt es, sinngemäß übersetzt:
„Ich kann Dich nicht dazu bringen, mich zu lieben,
wenn Du‘s nicht tust,
ich kann Dein Herz nicht dazu bringen,
etwas zu fühlen, was es nicht fühlt!“

So ist das doch, oder? Und genauso wenig kann ich mich dazu zwingen, jemanden zu lieben.

Außerdem: gehört es nicht irgendwie zur Liebe, dass ich sie für die Menschen empfinde, die mir besonders am Herzen liegen, denen ich mich besonders nahe fühle? Ist nicht Liebe erst dadurch Liebe, dass ich sie eben NICHT für ALLE, sondern nur für EINZELNE empfinde?
Ganz konkret: wenn ich zu meiner Frau sage: „Ich liebe Dich!“, will ich ihr damit doch gerade sagen: „Du bist mir wichtiger als alle anderen Frauen! Für Dich empfinde ich, was ich für andere Frauen, für andere Menschen eben gerade nicht empfinde. Und gerade darin ist diese Liebe ein Gottesgeschenk!“ Und mit der Liebe zu unseren Kindern ist es ganz ähnlich. …

Aber vielleicht muss ich doch noch mal ganz anders ansetzen.
Wenn ich den Satz, über den wir hier miteinander nachdenken, in seinem Zusammenhang lese – ich hatte uns das ja an den Anfang des Gottesdienstes gestellt – dann lese ich da:

„Gott ist Liebe.
Und wer in der Liebe lebt,

lebt in Gottes Gegenwart
und Gott ist in ihm gegenwärtig.“

Es geht hier nicht um Gefühle, nicht um die Liebe zwischen zwei Partnern, also zwischen Mann und Frau oder Mann und Mann oder Frau und Frau; auch nicht um die Liebe zwischen Eltern und ihren Kindern. Jedenfalls nicht nur. Und auf keinen Fall zuallererst.
Zuallererst geht es um GOTT – der LIEBE ist.
Und der in uns gegenwärtig ist, wenn wir uns ihm öffnen – wenn wir „in seiner Gegenwart leben“, wie es da heißt.

DIESE Liebe ist nicht eingeschränkt. Nicht bloß auf Einzelne bezogen. DIESE Liebe gilt ALLEN Menschen – ja letztlich sogar der gesamten WELT. Sie ist im wahrsten Sinne des Wortes UNIVERSAL.
Die Konsequenzen, die sich daraus ergeben, lassen sich nicht in den paar kurzen Sätzen zusammenfassen, die mir hier noch bleiben. Aber ein paar ganz grundlegende Gedanken dazu möchte ich Ihnen doch weitergeben – und Sie so zu eigenem Weiterdenken einladen:
GOTT, die Liebe, ruft die Welt ins Dasein,
ER ist die Liebe, die jedem einzelnen Menschen das Leben überhaupt erst möglich macht.
ER ist die Liebe, …
… die uns allen die „Luft zum Atmen“ gibt
… die uns wachsen lässt
… die uns beschützt und hält und trägt
… die uns alles Gute gönnt
… die – wir lernen es durch Jesu Vorbild – alle Unterschiede zwischen uns Menschen für unwichtig erklärt
und uns so alle zu Schwestern und Brüdern macht
… die sich dem Tod mit aller Macht entgegenstellt

ER ist die Liebe, die sich danach sehnt, von uns wieder-geliebt zu werden.

Gott ist Liebe – und will in uns gegenwärtig sein!
In DIR – und in mir – soll man GOTT,
soll man die LIEBE erkennen können!

Den Eltern gleich bei der Taufe werde ich sagen, dass sie durch die Geburt ihres Kindes beauftragt sind, Gottes Stellvertreter zu sein. Durch sie zuallererst soll ihr Kind ganz hautnah und persönlich erleben, was Liebe überhaupt bedeutet. Dadurch, dass sie ihm Geborgenheit, Schutz, Unterstützung, Hilfe, Vergebung, Förderung, Nahrung, ein Zuhause und alles, was sonst noch lebens-wichtig ist, geben. So werden die Eltern im Idealfall zum Bild der Liebe Gottes. Dazu müssen sie sicher nicht erzwungen oder gefordert werden. Diese Liebe ist einfach in ihnen. GOTT sei Dank!

Dass wir zum Bild der Liebe werden – zu Stellvertreterinnen und Stellvertretern Gottes in dieser Welt – darum geht es! Dass wir fördern, unterstützen, helfen, Gutes gönnen, „Luft zum Atmen geben“, uns dem Tod entgegenstellen.
In DIR – und in mir – soll man GOTT, soll man die LIEBE erkennen können!

Möglichst jeden Tag. Alle Tage eben. Wie gesagt: an diesen Sonntagen geht es um den Alltag des Christseins. Und genau an all diesen Alltagen, in unserem ganz normalen Leben mit all seinen Aufgaben und Anforderungen und allem, was sonst dazu gehört, sollen wir Gottes Liebe gegenüber dieser Welt, gegenüber anderen Menschen repräsentieren.
Unglaublich, oder? Und es klingt nach einer ziemlichen Überforderung. Da kann einem ja glatt die Luft wegbleiben. Von wegen „Liebe, die die Luft zum Atmen schenkt!“ … Das kann doch niemand von uns verlangen …

„Wir können ja nur lieben,
weil er uns zuerst geliebt hat.“

Sie haben Recht – Liebe kann man nicht erzwingen. Aber widerspiegeln. Lieben zu können beginnt damit, dass wir uns selber geliebt wissen. Dass wir empfangen. Uns tagtäglich darauf besinnen, dass wir selbst geliebt sind. Dass unsere „Luft zum Atmen“ Geschenk ist. Dass unsere Lebensmöglichkeiten Geschenk sind. Dass unsere Fähigkeiten und Begabungen Geschenk sind. Dass die Hoffnung auf ein Leben, stärker als der Tod, Geschenk ist.
Und dann können wir teilen. Je mehr und je öfter wir uns Gottes Liebe öffnen, umso mehr!
Dann kommt das „Gebot“, einander zu lieben, nicht von außen – sondern aus uns selber heraus! So verstanden könnte unser Vers auch so klingen:

„Wer ihn liebt, wird gar nicht anders können,
als auch seinen Bruder und seine Schwester zu lieben.“

Darum geht‘s! Amen

MUSIK („Liebe ist nicht nur ein Wort“)

Schlussgebet:

Lassen Sie uns heute beten mit Worten von Hans-Dieter Hüsch:
„Möge uns der Herr weiterhin
Zu den Brunnen des Erbarmens führen
Zu den Gärten der Geduld
Und uns mit Großzügigkeits-Girlanden schmücken

Soll doch seine Liebe unsere Liebe sein.
Er möge, wie es auskommt, in unser Herz eindringen

Weil wir es dürfen
Und nicht nur dürfen, sondern auch müssen
Wir müssen endlich damit beginnen
Das Zaghafte und Unterwürfige abzuschütteln
Denn wir sind Kinder Gottes: Gottes Kinder!
Und jeder soll es sehen und ganz erstaunt sein
Dass Gottes Kinder so leicht und fröhlich sein können
Und sagen: Donnerwetter
Jeder soll es sehen und jeder soll nach Hause laufen
Und sagen: Er habe Gottes Kinder gesehen
Und die seien ungebrochen freundlich
Und heiter gewesen
Weil die Zukunft Jesus heiße
Und weil die Liebe alles überwindet
Und Himmel und Erde eins wären
Und Leben und Tod sich vermählen
Und der Mensch ein neuer Mensch werde
Durch Jesus Christus.“

Und alles, was uns sonst noch auf dem Herzen liegt,
fassen wir zusammen im Gebet Jesu:

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. Amen.

Segenswunsch:

Und der Segen Gottes,
voll Liebe und Güte und Barmherzigkeit,
Quelle und Bewahrer des Lebens,
Helfer und Retter, Schutz und Schild,
komme über Dich
und bleibe bei Dir
heute und an jedem Tag!
Ame
n

Musik („Halleluja“)


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