Apostel in neuem Licht

– Im „Anzeiger für Harlingerland“ berichtet Klaus Händel über das neue Licht in der St.-Magnus-Kirche –

Text zum Beitragsbild oben:
St.-Magnus-Kirche Esens Eine neue LED-Beleuchtung rückt Apostelbilder und sonstige Gemälde in helles Licht {BILD: Klaus Händel}

Von Klaus Händel

ESENS. (HÄ) Viele Besucher der St.-Magnus-Kirche Esens haben sie bisher kaum wahrgenommen: die großformatigen Gemälde im Altarraum und die Apostelbilder an den Seiten. Nach aufwendiger Restaurierung rückt ein LED-Beleuchtungskonzept die Bilder in der Kirche und das Turmmuseum jetzt in helles Licht. Ein Kulturschatz ist sichtbar geworden. Möglich wurde das dank des Engagements von Pastor i.R. Anneus Buisman, einer EU-Förderung und einer Zuwendung der Volksbank Esens – insgesamt 32 000 Euro.


Einen Scheck zur Finanzierung der neuen Beleuchtung überreichten die Bankvorstände Helmut Hicken (v. l.) und Jan-Siefke Dirks an Martina Harke und Anneus Buisman.
BILD: Klaus Händel

Bisher waren die Gemälde alter Meister kaum zu sehen.
Jetzt erstrahlen sie in einem hellen Licht.

„Esens und seine Schätze“. Unter diesem Titel laden die Esenser Stadtführer wöchentlich zu einer kleinen Führung ein. Vom Treffpunkt Junker-Balthasar-Brunnen geht es zuerst in die St.-Magnus-Kirche mit einer Vielzahl an Kulturschätzen. Sie zu erhalten und auf sie aufmerksam zu machen, war seit Jahren ein persönliches Anliegen des Pastors i.R. Anneus Buisman. Dank seines Engagements erstrahlen die Kunstschätze alter Meister jetzt in einem hellen Licht.

Dafür dankte Pastorin Martina Harke im Namen der Kirchengemeinde und des Kirchenvorstandes am späten Donnerstagnachmittag vor zahlreichen Gästen. „Gemeinsam kann etwas erreicht werden. Das wird hier heute sichtbar. Sie haben es ermöglicht, dass Licht in unsere Kirche kommt“, dankte die Pastorin Anneus Buisman und erinnerte an die Vorgeschichte:

2015 habe sich Buisman für die Restaurierung der Apostel- und Prophetenbilder stark gemacht. Schon damals hätten sich dafür viele Paten gefunden. „2016/2017 wurden die Tafelbilder restauriert. Auch dafür haben sich Sponsoren gefunden“, so die Pastorin. 2018 wurden in Absprache mit der Denkmalpflege einige Bilder umgehängt, darunter das Bild zur Taufe. „Es hängt jetzt dort, wo es hingehört, neben dem Taufstein im Altarraum“, sagte Martina Harke.

Ein Problem war die Dunkelheit in den Kirchenseitenräumen. Auch hierfür fand Anneus Buisman eine Lösung: Die Bilder sollten gezielt ausgeleuchtet werden. So sei der Pastor i.R. über Dr. Till Schmeling aus Leer auf ein geeignetes Beleuchtungssystem gestoßen, das von Fachfirmen umgesetzt wurde.

Zur Finanzierung wurden Förderanträge gestellt. 55 Prozent der Gesamtsumme von 32 000 Euro kamen über Ludwig Beninga, Wirtschaftsförderung beim Landkreis Aurich, über die Lokale Aktionsgruppe (LAG) aus dem Topf LEADER Nordseemarschen (17 200 Euro). Eine Jury aus Personen des öffentlichen Lebens hat über den Antrag entschieden. Den Rest (45 Prozent, 14 800 Euro) hat die Volksbank Esens in ihrem Jubiläumsjahr beigesteuert.

Beim Einschalten sorgte die neue LED-Beleuchtung in der Kirche für Aha-Effekte. Apostel- und Prophetenbilder, die bisher kaum zur Geltung kamen, erstrahlen jetzt in einem hellen Licht und ziehen die Blicke der Kirchenbesucher auf sich. Erklärungen zu den Apostelbildern, zu „Jona und dem Wal“, zur „Himmelfahrt“ und anderen lieferte Anneus Buisman während eines Rundgangs.

Auf der zweiten Etage des Turmmuseums der St.-Magnus-Kirche Esens präsentierte Frank Brüling (2. v. r.) die neue LED-Beleuchtung und führte in die Sonterausstellung des Fotostammtisches Esens „Ungewöhnliche Kirchenansichten“ ein. (Bild: Klaus Händel)

Eine weitere LED-Beleuchtungseinheit präsentierte Frank Brüling im Turmmuseum der Kirche. Auch hier werden die Exponate jetzt optimal in Szene gesetzt. Zugleich eröffnete Brüling die Sonderausstellung „Ungewöhnliche Kirchenansichten“ des Fotostammtisches Esens. Die Mitglieder haben sich St. Magnus angenommen und sie aus ungewöhnlichen Perspektiven abgelichtet.

(veröffentlicht am 07. Sep. 2019 auf S.1 und S.7 im „Anzeiger für Harlingerland“)