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Angela Grimm als Superintendentin verabschiedet

Großer Bahnhof für beliebte Superintendentin

KIRCHE – Angela Grimm aus dem Kirchenkreis Harlingerland nach Hannover verabschiedet – Neubesetzungsverfahren läuft

Verabschiedeten gestern Nachmittag in Grußworten die bisherige Superintendentin des Kirchenkreises Harlingerland, Angela Grimm (2. V. r.): Der Vorsitzende des Kirchenkreisverbandes Ostfriesland-Nord, Tido Janssen, Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr, Esens‘ Bürgermeisterin Karin Emken und Wittmunds Landrat Holger Heymann (vorne v. l.) . BILD: Detlef Kiesé

Detlef Kiesé

Regionalbischof Dr. Klahr erklärte, Angela Grimm sei als künftige Direktorin des Seelsorgezentrums der Landeskirche genau die Richtige.

ESENS/HARLINGERLAND. Die Sympathien schlugen ihr in einem Festgottesdienst und während des anschließenden Empfangs entgegen: Angela Grimm (56) wurde gestern in der evangelisch-lutherischen St.-Magnus-Kirche in Esens nach 13 Jahren von ihrem Amt als Superintendentin des Kirchenkreises Harlingerland und als Pastorin der Ortsgemeinde entpflichtet.

Dr. Detlef Klahr, Regionalbischof für den Sprengel Ostfriesland-Ems, erklärte im Beisein von 450 Gemeindemitgliedern und Kirchenvorstehern aus allen Ecken des Harlingerlandes sowie Gästen aus dem öffentlichen Leben, der Kirchenkreis verliere mit Grimm Kompetenz in vielen Bereichen, sie sei als künftige Direktorin des Seelsorgezentrums der Landeskirche in Hannover jedoch genau die Richtige. Die Entpflichtung, auch von Rüdiger Grimm geschah dann per Handschlag.

Wittmunds Landrat Holger Heymann erklärte im Grußwort, der Kirchenkreis verliere „sein sympathisches Gesicht und eine starke Frau an der Spitze“. Dass die „warmherzige, aufrechte, aber auch streitbare“ Angela Grimm ihr Amt mit Leidenschaft und Liebe ausgefüllt habe, bescheinigte Bürgermeisterin Karin Emken. „Mit dir zusammen haben wir viel gemeistert“, lobte schließlich Aurichs Superintendent Tido Janssen als Vorsitzender des Kirchenkreisverbandes. Bevor Kirchenkreistagsvorsitzender Ernst-Ludwig Becker die Theologin verabschiedete und Grimm ein „sehr positives Arbeitsklima“ nachsagte, sorgten die Mitglieder seines Vorstandes für eine Überraschung, indem sie eine Danksagung in Chorform vortrugen.

Den Gottesdienst, in dem Angela Grimm selbst die Predigt zu Johannes dem Täufer hielt und sich an eine letztjährige Reise an den Jordan erinnerte, umrahmte vielseitige Musik, vor allem vom Bläserkreis Harlingerland und der Kantorei St. Magnus unter Leitung von Renate beziehungsweise Gerhard Schühle, Kirchenkreiskantoren. Caminando va – Leben lebt vom Aufbruch. So lautete das musikalische wie inhaltliche Motto.

Angela Grimm hat jetzt noch Urlaub und möchte voraussichtlich am 2. Juli nach Kirchrode bei Hannover umziehen. Die Vakanzvertretung für die Superintendentur übernehmen die beiden Stellvertreter Torsten Nolting-Bösemann (Carolinensiel) und Kerstin Tiemann (Horsten). Der Pfarrstellenanteil in Esens wird durch die Kollegen vor Ort vertreten.

Nach Auskunft des Kirchenkreistagsvorsitzenden Ernst-Ludwig Becker läuft das Nachfolgeverfahren bereits. „Es hat sich nach der Ausschreibung eine ausreichende Zahl von Bewerbern gemeldet.“ Am heutigen Montag führe der Wahlausschuss offizielle Gespräche mit den Bewerbern, unter denen zwei Personen ausgesucht und der Kirchengemeinde Esens vorgeschlagen werden. Diese habe dann einen Monat Zeit, mit den Bewerbern für das Amt des Superintendenten Kontakt aufzunehmen. Die beiden Ausgewählten gestalten dann an den Sonntagnachmittagen 19. und 26. August in der St.-Magnus-Kirche Esens jeweils einen Aufstellungsgottesdienst.

Die Wahl soll laut Ernst-Ludwig Becker schließlich in der Kirchenkreistagssitzung am 26. September erfolgen. „Wir sind zuversichtlich, dass wir die Superintendentenstelle im ersten Quartal des nächsten Jahres wieder besetzen können.“ Bis dahin sollte auch geklärt sein, wo der neue Amtsinhaber wohnt. Denn die St.-Magnus-Gemeinde beziehungsweise der Kirchenkreis möchten sich von dem alten Gebäude im Burggrund trennen und visieren mittelfristig den Neubau eines Pfarrhauses in der Neubausiedlung an der Hartwarder Straße an.

Die Stedesdorfer Pfarrstelle, die der Ehemann der verabschiedeten Theologin, Rüdiger Grimm, fünfeinhalb Jahre versah, wurde inzwischen ausgeschrieben. Die Bewerbungsfrist für diese halbe Stelle endet am 30. Juni.